Wir, die Laborführerschein-Gruppe vom „AEROSPACE-LAB“ Herrenberg waren am 7.3.2018 im Fehling Lab an der Universität Stuttgart. Dort haben wir der „Polizei“ bei der Klärung eines möglichen Verbrechens geholfen.

In einem vornehmen Villenviertel in Stuttgart wurde der wohlhabende ältere Hausbesitzer tot am Frühstückstisch gefunden. Der Notarzt stellte eine Schwellung an Hals, Gesicht und Zunge fest. Dies ist ein Hinweis auf einen allergischen Schock. Aber worauf reagierte der Verstorbene allergisch?

 

Befragungen der Hausangestellten, ein Diener, eine Köchin und ein Gärtner, ergaben, dass ihr ehemaliger Arbeitgeber eine starke Allergie auf Acetylsalicylsäure (ASS) hatte. ASS ist ein Schmerzmittel, das zum Beispiel in der Schmerztablette Aspirin ist. Eine Allergie gegen diesen Stoff kann somit tödlich sein!

Die Polizei fand auf dem Tisch einen mit Computer geschriebenen Abschiedsbrief, den der Verstorbene mit einem Filzstift unterschrieben hat. Aber normalerweise benutzte der Verstorbene keinen Filzstift, sondern immer einen Füller mit richtiger Tinte.

Die Polizisten wurden misstrauisch. War es tatsächlich Selbstmord oder vielleicht doch Mord?

Um den Todesfall zu klären, wurden die drei Hausangestellten genauer nach ihren Lebensumständen befragt. Alle Drei wussten von der Allergie des reichen Arbeitgebers. Im Todesfalle sollte sein Erbe sogar unter den Angestellten aufgeteilt werden. Dies machte die Drei des Mordes verdächtigt. So wurden Fingerabdrücke genommen und mit denen auf den Gegenständen auf dem Tisch verglichen.

Weiterhin wurden am „Tatort“ folgende Proben entnommen:

  • Zucker aus der Zuckerdose (Probe 1)
  • Salz aus dem Salzstreuer (Probe 2)
  • Mehlstaub vom Brötchen (Probe 3).

Diese Proben untersuchten wir im „forensischen“ Labor. Als erstes verglichen wir die drei Tatortproben mit Salz, Zucker, Mehl und Aspirin. Die Untersuchung mit der Lupe ließ uns vermuten, dass das Aspirin im Mehl war. Da das allerdings noch kein handfester Beweis war, mussten wir in den Proben Kohlenstoff nachweisen.

Dazu erhitzten wir die Proben in einem Reagenzglas über dem Bunsenbrenner. Da nur das Salz und die Tatortprobe 2 schwarz wurden, wussten wir, dass Tatortprobe 2 Salz sein musste. Nun untersuchten wir die Proben auf ihre Löslichkeit. Dabei lösten sich der Zucker und die Tatortprobe 1 vollständig auf. Das Aspirin löste sich aber nicht auf. So wussten wir, dass Tatortprobe 1 Zucker war. Dann wiesen wir die Stärke in Mehl nach, mit einer Jodlösung, die sich blau färbte. So fanden wir heraus, dass Tatortprobe 3 Mehl enthielt.

Über Aspirin wussten wir allerdings noch nichts. Nun machten wir einen Acetylsalicylsäure-Nachweis. Dazu mischten wir in einem Reagenzglas die Probe 3 mit destilliertem Wasser in einem bestimmten Verhältnis und erhitzen sie. Anschließend wurde in die warme Lösung zwei Tropfen Eisenchlorid-Lösung (FeCl3-Lösung) gegeben. Bei Anwesenheit von ASS färbt sich die Lösung lila, was der Fall war.

Im Mehlstaub von den Brötchen konnten wir also ASS nachweisen, d.h. es war tatsächlich Mord!

Auf dem Brotkörbchen konnten Fingerabdrücke vom Gärtner nachgewiesen werden.

In weiteren Verhören gestand der Gärtner den Mord an dem alten Mann. Er hatte hohe Spielschulden und hatte deshalb aus Habgier gemordet. Auch gab er die Fälschung des Abschiedsbriefes zu. Seine „falsche“ Tinte hatte ihn verraten.

 

Salomon Ferch, Johannes Schröter, Klasse 5