Exkursion der „Karosseriebauer“ ins  Porsche Museum

Am Samstag, den 21 Juni, verbrachte ein Teil der Gruppe Karosseriebau und Design den letzten Ferientag bei einem Workshop zum Thema Aerodynamik und Leichtbau im Porsche Museum. Um 12:00 Uhr  trafen sich die Teilnehmer und ihre Betreuer an der S-Bahn in Herrenberg .

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Um 14:00 begann der Workshop im Porsche Museum.

Wir durften auf der riesigen Treppe im Museum Platz nehmen und mit unserem Guide zusammen klärten wir als erstes  die Bedeutung des Wortes „Aerodynamik“ (altgriech. aer=Luft, dynamis=Kraft). Die Aerodynamik beschäftigt sich mit der Strömungslehre der Luft. Die Frage für was ein Heckspoiler gut ist, konnte gleich beantwortet werden. Er sorgt für Abtrieb und drückt das Auto auf die Straße.

Das zweite Thema des Workshops „Leichtbau“ erklärte und veranschaulichte unser Guide, indem er uns 4  verschiedene Materialien zeigte, die beim Bau von Autos verwendet werden. Gemeinsam erarbeiteten wir ihre Vor- und Nachteile.

Material Vorteil   Nachteil
Stahl stabil rostet, schwer
Aluminium stabil, leicht teuer, geringe Härte
GFK leicht zu reparieren nicht formstabil
Carbon leicht zu reparieren, leicht teuer, splittert
Titan leicht, stabil teuer

 

Mit der Aufgabe, nach aerodynamischen Eigenschaften und Verwendung von Leichtbau zu schauen, hatten wir viel Spaß die tollen Rennautos in der Ausstellung genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir entdeckten viele Punkte: Ein langes Heck und eine flache Front lassen den Fahrtwind gezielt über das Auto wehen, um es bei schneller Fahrt zu stabilisieren. Im Allgemeinen sind die Autoteile windschnittig gebaut, um möglichst wenig Windwiderstand zu haben. Später hatten die Autos auch eine Abrisskante, damit es keine Wind-Verwirbelungen am Heck gibt, die das Auto verlangsamen. Die Räder sind immer in Radkästen, teilweise auch mit Blech überbaut, um Windwiderstand zu vermeiden. Bei dem Porsche Carrera 911 RS2.7 Coupé sorgt der Heckspoiler und Frontspoiler für 4,5 km/h mehr Geschwindigkeit.

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Auch zum Thema Leichtbau konnten wir viel entdecken: Nach und nach wurden die Autos nicht mehr ganz aus Metall gebaut, sondern es wurde ein Gitterrohrrahmen mit GFK erstellt und heute wird die Karosserie aus Carbon gefertigt. Unwichtige Dinge werden weggelassen, Fenster aus Plexiglas (PMMA) gebaut. Neue und leichtere Materialen, vor allem Kunststoffe, werden verwendet. Komfort- und Dämmmaterial fehlen. Die Räder haben einen  Zentralverschluss, an Stelle der schweren Schrauben. Bei einem Modell wurden alle Metallteile durchlöchert, um Gewicht zu sparen. Ein Berg-Rennauto wurde ohne die schwere Benzinpumpe gebaut, da bei einem Kugeltank das Benzin automatisch mit Luftdruck in den Motor gepumpt wird.

Während der Führung kam die Frage auf, was eigentlich ein Turbolader ist: „Er befördert mehr Luft in den Motor, damit mehr Brennmaterial in den Motor gelangt“, erklärte uns unser Guide.
Nun waren wir wieder an der Reihe. Jedem von uns wurde eines der super tollen Autos zugeteilt und wir sollten die aerodynamischen Eigenschaften und Leichtbaumerkmale herausfinden. Anschließend durften wir die erarbeiteten Punkte in der faszinierenden Halle an der großen Treppe unseren Gruppenmitgliedern und  Betreuern vortragen.

Der Workshop war damit beendet, aber ohne dem Porsche Shop noch einen Besuch abzustatten und das ein oder andere Porschemodell nochmals genauer anzusehen, wollten wir nach viel Spaß an diesem Nachmittag die Heimreise nicht antreten.

Von Phil Stahlhut