Am 8. Februar waren die Landtagsabgeordnete Sabine Kurtz aus dem Wahlkreis Leonberg und der neu aus dem Wahlkreis Böblingen in den Bundestag gewählte Abgeordnete Marc Biadacz, beide CDU, im Jugendforschungszentrum AEROSPACE LAB zu Gast. „Unser Prinzip ist es, Schülerinnen und Schülern aus jeder Schulart und jeder Altersstufe die Möglichkeit zu geben, Technik und Naturwissenschaften in langfristigen Projekten und in Teamarbeit erfahren zu können“, führen Prof. Heinz Voggenreiter, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, und Angie Voggenreiter, Vorstandsmitglied und ehrenamtliche operative Leiterin in das Grundkonzept des „LABs“ ein.

 

Dann drängten sich die Jugendlichen um die beiden Politiker, um ihre Projekte vorzustellen. Die Jüngsten haben sich gut vorbereitet. „Wir untersuchen, mit welchen Lichtfrequenzen Pflanzen auf dem Mars am besten wachsen würden“, sprudelt es aus den Youngstern der Projektgruppe „Plants vs Space“ vor dem Versuchsaufbau aus LEDs und Pflanzen heraus. „Das müssen wir wissen, wenn wir Menschen zum Mars schicken wollen“, erklären sie souverän den beiden erstaunten Politikern. „Man spürt die Begeisterung der jungen Leute für ihre Arbeit“, stellt Marc Biadacz sichtlich beeindruckt fest.

 

Danach  lässt er sich die den neusten Lego-Mindstorms-Roboter vorstellen. Als leitender Angestellter in der Digitalbranche stellt er zufrieden fest, dass die Digitalisierung bei den Jungforschern angekommen ist. „Aber wir müssen den jungen Leuten noch mehr helfen, die Digitalisierung als Chance und nicht als Bedrohung wahrzunehmen“, meint er mit einem aufmunternden Lachen in Richtung der jungen Leute. „Dafür helfe ich im Bundestag und im Ausschuss Digitale Agenda mit, die Weichen richtig zu stellen“.

 

Für Sabine Kurtz war es nicht der erste Besuch im „LAB“. „Es ist wirklich beeindruckend, wie sich das AEROSPACE LAB in den letzten Jahren entwickelt hat“, betont sie mit Blick auf den von der Projektgruppe „Girls Robotics“ entwickelte Miniroboter sensorgesteuert und kollisionsfrei um ihre Beine huscht. „Für meine politische Arbeit in den Ausschüssen „Kultus, Jugend und Sport“ und Wissenschaft, Forschung und Kunst“ ist es enorm wichtig, zu erfahren, was die angehenden Techniker und Ingenieurinnen motiviert, aber auch sorgt“.

Derweilen dreht Marc Biadacz einen Nano-Satelliten in seinen Händen. „So groß wie eine Coladose, bestückt mit einem Computer und Sensoren“, erklären ihm die Jungforscher begeistert. „Auf einen Kilometer Höhe ist er geflogen und am Fallschirm sicher gelandet.“ Von den Robotern, über die NanoSats und Raketen bis hin zum Brennstoffzellen angetriebenen Gokart reicht die Palette der Projekte. „Für uns ist es wichtig, dass sich die jungen Leute, begleitet durch erfahrene Betreuer spielerisch an komplexe technische und naturwissenschaftliche Themen heranarbeiten. Einen zu frühen Leistungsdruck für Wettbewerbe vermeiden wir konsequent“, meint Heinz Voggenreiter. „Mit den Ideen und Ergebnissen kommt der Wunsch, an Veranstaltungen und Wettbewerben teilzunehmen, ganz von selbst“. „Und wir geben den jungen Mädchen ihren Raum, um sich auf ihre Art und Weise mit Technik und Naturwissenschaften auseinanderzusetzen“, ergänzt Angie Voggenreiter. Und dennoch ist der Anteil der jungen Frauen mit 20% noch zu gering. „Wir müssen mehr in die Familien gehen, und dafür sorgen, dass die Mädchen nicht durch die klassische Rollenteilung gebremst werden. Sich erst an der Uni um den Frauenanteil zu kümmern, ist zu spät“. Hier ist politische Unterstützung nötig, das sehen auch die beiden Politiker. Beiden hat es im AEROSPACE LAB offensichtlich sehr gefallen. Mehr als eine Stunde später als geplant machten sie sich wieder auf den Weg – mit dem Versprechen, wieder zu kommen.