Grußwort Es muss uns nicht wundern, dass sich immer weniger junge Menschen zu technischen Berufen hingezogen fühlen. Eine dramatische Fehl­entwicklung für ein rohstoffarmes Land wie Deutschland, das auf die Ingenieurkunst an­gewiesen ist. In meiner Kindheit hat man noch aus Papprollen Raketenmodelle gebaut und mit zunehmendem Alter das Moped zerlegt und zusammengebaut, um zu verstehen, wie es funktioniert. Da­raus wuchs die Begeisterung für Technik. Heute sind die mei­sten Produkte so komplex und hoch integriert, dass sich mit dem tech­ni­schen Allgemeinwissen das Funktions­prinzip auf Anhieb nicht mehr erschließt. Für Kinder und Eltern wird es zunehmend schwieriger, auf die Frage von Kindern nach dem Funktionieren eines technischen Produkts Antwort zu geben. Die Folge ist, dass Kinder den Umgang mit technischen Produkten auf den reinen Nutzen reduzieren und die Frage nach dem “Wie?“ sich nicht mehr stellt. Der Zusammenhang zwischen den in der Schule erlernten physikalischen, mathematischen und chemischen Grund­lagen und deren Nutzung in modernen alltäglichen Gegenständen geht mehr und mehr ver­lo­ren und damit leider oft auch die Begeisterung für Technik. Um diesem Trend entgegenzuwirken, müssen wir unsere Kinder und Jugendliche frühzeitig in spielerischem Umgang mit Experimenten an die Technik heranführen und in der Schule Er­lern­tes mit im Experiment Erlebbarem verknüpfen. Das Jugendforschungszentrum Herrenberg Aerospace Lab ist in diesem Sinne der ideale Ort der Begegnung zwischen der Neugier der Jugend, der Welt der Technik und der Erfahrung von betreuenden Wissen­schaftlern. Der Dichter Antoine de Saint-Exupéry schrieb einst: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trom­mle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Auf­gaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer“. Ich bin sicher, dass die Faszination der Luftfahrt und der Raum­fahrt die Sehnsüchte unserer Jugend wecken wird und damit die Motivation und Begeis­terung für Technik und Naturwissenschaften. Ich beglückwünsche Sie zu Ihrem „Aerospace Lab“ für die Jugend und wünsche Ihnen viel Erfolg. Ihr Thomas Reiter