Elektronik des AEROSPACE LAB startet auf Rakete in Portugal
Mitte Oktober fand die sechste European Rocketry Challenge (EuRoC) statt, ein Raketenwettbewerb, welcher jährlich durch die Portugiesische Raumfahrtagentur ausgetragen wird. Das Aerospace Lab entwickelte hierfür in einer Kleingruppe aus Julian Heinzel und Micha Scheerer eine Platine als Nutzlast, welche auf der „Lumina“-Rakete der Stuttgarter Studentengruppe HyEnD mitflog. Ziel des Wettbewerbes war es, die Zielhöhe von 3 km möglichst genau zu erreichen. Darüber hinaus ist das Projekt Teil der Vorbereitung für zukünftige, größere Raketen der studentischen Gruppe.
Die Elektronik des Aerospace Lab beinhaltete mehrere Sensoren für Luftdruck, Temperatur, Drehraten und Beschleunigungen. Ebenfalls an Bord befand sich eine Echtzeituhr sowie ein neues GPS-Modul inklusive Antenne, welches Positions-, Höhen und Geschwindkeitsdaten lieferte.
Die gemessenen Werte wurden auf eine SD-Karte geschrieben und helfen HyEnD bei der Auswertung des Fluges. Für das Aerospace Lab ist dieses Projekt ein Test der Elektronik des neuen Krypton-Rovers, welche in großen Teilen identisch ist. Zugleich ist das verbaute GPS-Modul vorgesehen für das aktuelle CanSat-Projekt und konnte so schon vor dem CanSat-Wettbewerb 2026 unter realen Flugbedingungen getestet werden.
Nach mehrtägigen Startvorbereitungen dauerte der eigentliche Flug etwa 165 Sekunden. Im Folgenden ist der aufgezeichnete Höhenverlauf dargestellt, sowohl durch Luftdruckmessung als auch via Satellit ermittelt:
Zu sehen ist, dass die Rakete schnell auf die Zielhöhe von 3 km steigt und dann mit konstanten Geschwindigkeit am kleineren Bremsschirm bis auf 500 m fällt. Auf dieser Höhe wird der Hauptfallschirm geöffnet, und die Rakete sinkt mit geringerer Geschwindigkeit bis zum Boden. Auch ist deutlich, dass die Höheninformationen des GPS-Moduls bis zum Auswurf des Hauptfallschirms nicht mit dem Luftdrucksensor übereinstimmt. Dieser offensichtliche Messfehler ist ein wichtiger Anhaltspunkt für die zukünftige Arbeit unseres CanSat-Teams.
Während das Aerospace Lab somit wichtige Erfahrungen für seine anderen Projekte sammeln konnte, überzeugte HyEnD die Wettbewerbs-Jury und gewann in der Kategorie „Flüssigtreibstoffrakete 3km“ den ersten Platz, sowie den zweiten Platz in der Gesamtwertung.
Weiterführende Links:
– Der aufgezeichnete Livestream des Raketenstarts
– Der relevante Abschnitt der Siegerehrung
– Lesen Sie auch den Bericht der universitären Raketengruppe HyEnd
– Das vollständige Hardware-Design, sowie Software und Messdaten





































